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Aktuelles

Jeden Sonntag bietet der Kulturverein in der Zeit von 11 bis 13 Uhr in der Sporthalle der Realschule Crange Hallensport für Kinder und Jugendliche an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Burak Sahin (Mobil: 0172 - 6160826).

Jeden Sonntag findet in der Zeit von 13 bis 16 Uhr in der Sporthalle der Realschule Crange Hallenfußball für Erwachsene statt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Hidir Gül
(Mobil: 0172-2828509).

Bitte beachten Sie, dass die o.g. Kurse/Aktivitäten in der Schulferienzeit des Bundeslandes NRW nicht angeboten werden.

Die Adresse der Realschule Crange lautet: Semlerstr. 4, 44649 Herne

Jeden Samstag ab 11 Uhr wird unter der Regie eines Musiklehrers Unterricht zum türkischen Seiteninstrument "SAZ" in den Räumlichkeiten unseres Kulturvereins angeboten. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Rafet Adar  (Mobil: 0177-7360002).

 

Jeden Sonntag ab 14 Uhr wird türksiche Pizza "Lahmacun" frisch zubereitet und zum Verzehr angeboten. Genießen Sie diese orientalische Spezialität in einer angenehmen Atmosphäre gemeinsam mit ihren Verwandten, Freunden und anderen Mitgliedern.

 

Weiterhin findet ab dem 20.11.2016 jeden Sonntag in der Zeit von 16 - 18 Uhr Unterricht über das Alevitentum in den Räumlichkeiten unseres Vereinsheimes statt. Der Unterricht wird auf Deutsch gehalten und ist neben unseren Mitgliedern auch für alle Interessierten zugänglich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Tuncay Er (Mobil: 0176 - 64050041).
 

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Das Alevitentum

 

Aleviten „Anhänger Alis“) sind eine auf das 13./14. Jahrhundert zurückgehende, in Anatolien entstandene Religionsgemeinschaft, die sich in ihrer Theologie, nicht aber in ihrem Verständnis des religiösen Rechtes, aus dem schiitischen Islam entwickelt hat.
Der wichtigste Entstehungsmythos für Aleviten ist die Schlacht von Kerbela am 10. Oktober 680, in dem die als Schicksalsgemeinschaft konzipierte Gruppe erstmalig kollektiv Unrecht erfahren haben soll.
Im Zuge der Nachfolgestreitigkeiten spaltete sich die islamische Urgemeinde in mehrere Gruppen. Die heute bekanntesten sind die Schiiten, die für Ali bin Abi Talib als rechtmäßigen Nachfolger plädierten, und die Sunniten, die sich dem entgegenstellten. Die Aleviten kann man weit gefasst in den schiitischen Kontext einbetten. Konkretisiert hat sich die alevitische Auffassung im 13. Jahrhundert aus der Verschmelzung der Schia (arab.: Partei, im Sinne der Partei Alis) in Gestalt der Verehrung von Ali ibn Abi Talib mit der mystischen Interpretation des Koran (Sufismus). Diese Entwicklung wird vor allem auf Haci Bektas Veli und weitere Geistliche zurückgeführt.
Unter den Osmanen wurden die Aleviten als Häretiker verfolgt, insbesondere, weil sie sich mit den iranisch-safawidischen Schahs gegen die Osmanen verbündeten.

Im 16. Jahrhundert führte der aus dem Sivas stammende Dichter Pir Sultan Abdal alevitische Aufstände für Gerechtigkeit und Glaubensfreiheit gegen die Osmanen an. Diese schlugen die Aufstände blutig nieder und henkten Pir Sultan Abdal, der bis heute hohes Ansehen unter den Aleviten genießt.

Wegen der Unterdrückung und der bedrohten Lage der Aleviten unter anderen Muslimen kam es im Laufe der Zeit immer wieder zu blutigen Aufständen. Erst seit der Gründung der modernen Türkei genießen sie Glaubensfreiheit. Die Aleviten unterstützten den von Kemal Atatürk den Türken verordneten Laizismus und die Demokratie. Die alevitische Bevölkerungsgruppe war eine der tragenden Kräfte bei der Gründung der türkischen Republik, weil sie sich insbesondere durch die Abschaffung der sunnitischen Rechtsordnung und die Einführung des Laizismus mit der Trennung von staatlichen und religiösen Angelegenheiten - bislang vergeblich - eine Gleichberechtigung mit der sunnitischen Glaubensrichtung erhoffte. Auch heute noch betrachten die Aleviten die laizistische Staatsform als Grundlage und Garantie ihrer Existenz.

Aleviten beten nicht in Moscheen und legen den Koran nicht wörtlich aus, sondern suchen die Bedeutung hinter den Offenbarungen. Sie leben nicht nach den „Fünf Säulen des Islam“, weil sie diese „Säulen“ als Äußerlichkeiten ansehen. Dem setzen sie ihre Mystik entgegen.

Ein zentrales Element ihrer Glaubensauffassung ist der in den Mittelpunkt gerückte Mensch. Diese Überzeugung ist besonders durch die Erinnerung an die Massaker geprägt, die an den Schiiten und Aleviten während der Alleinherrschaften sunnitischer Machteliten verübt wurden. Die Aleviten identifizieren sich, als sich der Islam in Mesopotamien ausbreitete, nur mit der Leidensgeschichte der Opposition im Islam, den Schiiten, weil diesen innerhalb des Islam Unrecht geschehen war. Gleichzeitig verehrten sie Ali als Schutzpatron gegen Anfeindungen des orthodoxen Islam. Zudem glauben die Aleviten wie die Imamiten an die zwölf Imame. Das Martyrium des dritten Imams Al-Husain ibn 'Alī ist eine Gemeinsamkeit bei Schiiten und Aleviten, an dem sich ihr kollektives Trauerbewusstsein manifestiert.

Aleviten gehen mit religiösen Vorschriften, die für orthodoxe Muslime als Pflicht und Voraussetzung gelten, dialektischer um. Nach alevitischem Verständnis ist die Scharia bzw. die Oberfläche, das Offensichtliche, in der Religion überwunden, da das Alevitentum die Mystik zum Fundament hat. Dennoch gibt es in der alevitischen Theologie vier „Tore“, von denen das erste die Scharia darstellt.

Die Aleviten lehnen generell eine dogmatische Religionsauslegung ab; das Ritualgebet (Salat) wird nicht in der konventionellen Form der Schiiten oder Sunniten verrichtet. Außerhalb des alevitischen Gottesdienstes (Cem) benötigt man für das Gebet keinen speziellen Raum oder eine spezielle Zeit. Viele Aleviten beten, wann und wo sie wollen und auf die Art, die ihnen persönlich entspricht, da sie glauben, der innere Bezug des Individuums zu Gott sei der einzig wahre, ohne einen normativen Rahmen hierfür zu benötigen. Wie die Schiiten halten sich die Aleviten an die Lehren der Imame, besonders die des sechsten Imams Cafer Sadik, lehnen aber im Gegensatz zu den Schiiten die Scharia ab.

Der heutige Glaube der Aleviten ist stark vom Humanismus und Universalismus bestimmt. Im Zentrum ihres Glaubens steht daher der Mensch als eigenverantwortliches Wesen. Wichtig ist ihnen das Verhältnis zum Mitmenschen. In der alevitischen Lehre ist die Seele eines jeden Menschen unsterblich; sie strebt durch die Erleuchtung die Vollkommenheit mit Gott an.

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